Ein Container voll Zu Hause

7,5 Wochen hat es gedauert bis der Container mit unserem kompletten Hausstand endlich vor der Tür stand. Am Samstag hatte das lange Warten ein Ende und unser hier gekauftes Gästebett und das kleine Sofa müssen nun nicht mehr alleine auf 210m² wohnen.

Innerhalb von 9 Stunden haben sechs Möbelpacker alles ausgeladen, hochgefahren und ausgepackt. Spektakuläre Szenen inklusive (Das eine Sofa passte nicht den engen Treppenaufgang hindurch. Also Spanngurte um die Hüfte und ab über’n Balkon!). Wir schimpfen so viel auf die (nicht vorhandene) Organisation in Lima, da möchte ich an dieser Stelle auch mal erwähnen, wie reibungslos das alles geklappt hat. Nun haben wir zwar jede Menge Arbeit vor uns, waren aber wohl noch nie so glücklich, dass überall Sachen im Weg stehen :-).

 

Seit meinem letzten Blog-Eintrag ist wieder einiges passiert bzw. natürlich immer noch nicht passiert.

Von den vielen Punkten auf der „Das-funktioniert-so-nicht-und-das-muss-repariert-werden-Liste“ ist mittlerweile tatsächlich einiges geregelt worden. Die Türen schließen nun vernünftig, die Schränke wurden repariert und auch die Spüle kann man wieder benutzen. Das Becken ist letztens während des Abwaschens einfach mal rausgebrochen. Ich habe den Abwasch dann 3 Tage lang in dem Mini-Waschbecken des Gästebads gemacht. Das war ein Spaß!

Die zwei wichtigsten Dinge haben sie aber noch mal offen gelassen, für den Fall, dass wir uns hier sonst zu wohl fühlen: wir haben immer noch keinen Internetanschluss und auch das Wasser-im-Bad-Problem ist nach wie vor nicht gelöst. Da müssen noch mal Leute kommen usw. Alles wie immer also. Ich werde da jetzt besser nicht noch mal drauf eingehen, hab gerade so gute Laune… 😉

Ein besonderes Highlight – vor allem für Helge – war, als uns der Portier kürzlich feierlich die Fernbedienungen für die Tiefgarage überreicht hat. Helge kennt die Portiers fast so gut wie ich die Handwerker, weil er jeden Morgen und jeden Abend fragen musste, ob sie ihm denn bitte das Garagentor öffnen würden. Doch nach wochenlangem Rumgeeiere, etlichen E-Mails und (Falsch-)Auskünften, hat der Zentralrat des Garagentor-Fernbedienungs-Komitees sich doch dazu durchringen können, uns welche zu überlassen. Wir fühlen uns geehrt!

Ebenfalls neu in unserem Besitz: Ein Mixer. Hier gibt es so viele frische Früchte jeden Tag, da musste also ein anständiger Smoothie-Maker her. Da wir noch den Reiskocher dazu genommen haben, war der Mixer auch gar nicht mal so teuer. Ja genau, richtig gelesen. Der Mixer sollte 300 Sol kosten, eine Angebotstafel sagte allerding: Angebot, nur 229 Sol. Schnell Bewertungen im Internet (der Supermarkt hat W-LAN!) gecheckt, super Teil, wird gekauft.

Bei genauerer Betrachtung der Tafel wurden wir zwar kurz stutzig, waren uns aber sicher, dass es sich nur um einen Fehler handeln konnte. Schließlich stand da irgendwas von zwei Produkten und wir wollten ja nur diesen einen Mixer. Doch wurden wir schnell vom freundlichen Verkäufer eines Besseren belehrt. Zwei Produkte zusammen sind also tatsächlich günstiger, als das jeweils einzelne. Gut, haben wir nun also einen Reiskocher, der wahrscheinlich ewig in der Abstellkammer leben wird.

Die peruanische Preispolitik ist uns von Anfang an ein Rätsel (dazu vielleicht später mal mehr), also gab es für uns eigentlich keinen Grund darüber überrascht zu sein. Wir haben noch kurz versucht zu erklären, dass wir keinen Reiskocher haben möchten, haben es aber dann schnell aufgeben.

Mixer + Reiskocher, alleine die Kombination ist der Hit. Bügeleisen + Bügelbrett zum Beispiel würde ja auch zu viel Sinn ergeben. Wobei es in unserem Fall immerhin zwei Küchengeräte sind. In einem Elektrofachmarkt um die Ecke gibt es die geilsten Angebote: Fön + Sandwichtoaster ist mein Highlight.

 

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Geniale Verkaufsstrategie.

 

In 3 Tagen ist Weihnachten. Das steht jedenfalls so im Kalender. Und auch die schrecklich kitschige Dekoration an Häusern und in Geschäften erinnert mich täglich daran. Die Peruaner mögen wirklich sehr gerne, wenn es blinkt und am besten gleichzeitig noch Musik macht. Eine Techno-Version von Jingle Bells auf Lautstärke 1000 im Einkaufszentrum war glaube ich der verstörendste Moment für mich, seit wir hier wohnen.

In Deutschland holt man bei viel zu warmen Temperaturen wieder die Herbst-Klamotten aus den Schränken und in Lima macht El-Niño seinem Ruf alle Ehre. Wenige Tage mit Sonne, viele viele dunkle Wolken und sogar (Niesel-)Regen bestimmen das Bild der letzten Wochen.

Um trotzdem ein bisschen vertraute Weihnachtsstimmung aufkommen zu lassen, habe ich Kekse gebacken. Ich sage das nicht ohne Stolz, denn das war BEVOR unsere Sachen aus Deutschland hier waren, sprich ohne Küchenwaage, Messbecher und Co.

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Hatte gerade nur Pinguine und Kindergeburtstags-Deko zur Verfügung. 🙂

Trotz Plätzchen hat das mit der weihnachtlichen Stimmung so gar nicht funktioniert. Das macht aber nichts, denn wir machen über die Feiertage Urlaub in Kolumbien und bei 32°C und Sonne pur wäre es eh schnell wieder vorbei gewesen mit der Advents-Laune.

Bevor ich meinen Koffer zu Ende packe, werde ich nun mal fix mit dem Handy einen Hotspot erstellen und den Beitrag hochladen. Vielleicht klappt es im neuen Jahr dann ja auch mal mit dem W-LAN.

In diesem Sinne, fröhliche Weihnachten und eine tollen Start ins Jahr 2016!

P.S. Die peruanische Post streikt seit nunmehr 4 Wochen bis auf Weiteres. Es wird also keine Weihnachtskarten von uns geben und wir können wohl auch keine empfangen. 😦

Feliz navidad desde Latinoamérica!

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5 Gedanken zu “Ein Container voll Zu Hause

  1. Hey, idea: use your rice cooker as a slow cooker! There are all KINDS of ways to put that thing to use, from frittatas to stews to even bread — Google will tell you all about it 🙂 And for starters, check this out: http://greatist.com/eat/super-surprising-rice-cooker-recipes

    PS you have another package (MUCH smaller than the one that just arrived!) on the way. Unfortunately, though, there’s nothing in it to fix your shower … 😉

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    1. Awesome! Thank you, genius! Will definitely try some of those ideas. 🙂

      Package?? Oh noooo, I would have never thought that so many people have tried to send something. I’m so sorry and overwhelmed at the same time. I hope nothing gets lost! So far, everything has been returned to the sender. :-/
      Thank you, though! Am super excited now!! 🙂

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      1. Argh, shame on WordPress for not letting me know you’d replied here. Anyway, hope you have found a way to use that rice cooker — and I’ll keep an eye on the post just in case anything comes back. Wouldn’t be a disaster if it gets lost — just kind of a bummer :-/ But hey, you didn’t expect to have people send you things around Christmas? When there are so many people out there who love you? 😀

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